Walzerträume Mönchengladbach

Rheinische Post (Ausgabe Mönchengladbach) vom 8.05.2007

Frühlingshafte Walzerträume
von Gert Holtmeyer

„Walzerträume“ standen auf dem Programm des Viersener Sinfonieorchesters „Opus 125“. Der Name des Orchesters verdeutlicht, dass in der Kaiser-Friedrich-Halle ein für dieses Ensemble untypisches Programm gespielt wurde. Die Opus-Zahl bezieht sich schließlich auf Beethovens 9. Sinfonie, jenes Werk, mit dem das Orchester bei seiner Gründung 1999 zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat. Der Name signalisiert, dass es den Musikern in erster Linie um die Erarbeitung großer symphonischer Werke geht.

Einseitig soll es dabei aber nicht zugehen, und so stand jetzt zur Abwechslung einmal „leichte Musik“ auf dem Programm. Der Begriff darf nicht zu dem Fehlschluss verleiten, diese Musik sei leicht zu spielen. Sie ist lediglich leicht zu hören. Sie bietet eingängige, einschmeichelnde Melodien, „Ohrwürmer“, wie Moderator Wolfram Goertz au-genzwinkernd ankündigte, „gegen die kein Insektenvernichtungsmittel hilft“.


Das Orchester und sein Dirigent Michael Mengen bewiesen, dass sie auch diese Musikgattung kompetent wiedergeben können. Es erklangen differenziert einstudierte Klassiker der Wiener Walzer-Altmeister wie Carl Michael Ziehrer („Hereinspaziert“), Franz Lehár („Gold und Sil-ber“) und Walzerkönig Johann Strauß (Donau- und Kaiserwalzer). Ergänzend hinzu kamen in dem abwechslungsreichen, wenngleich zu lang geratenen Programm beliebte Werke slawischer, amerikanischer und deutscher Komponisten.
Es klingt etwas nach Selbstlob, wenn sich das aus Musikpädagogen und qualifizierten Amateuren zusammengesetzte Orchester selbst „professionelle Orchesterarbeit“ bescheinigt. Gleichwohl ist festzustellen, dass sich die Realität am eigenen Anspruch messen lässt: der Orchesterklang und die musikalischen Leistungen überzeugen. Die Streicher gefallen mit einem sonoren Klang, das Niveau der Bläser, vor allem der Blechbläser ist beachtlich. Michael Mengen diri-giert präzise und schnörkellos. Alles ist sorgfältig einstudiert.

RP-Musikredakteur Wolfgang Goertz fungierte als umsichtiger Modera-tor. Er agierte locker, sorgte mit geistreichen Pointen für gute Lau-ne und gab interessante Hintergrundinformationen. So dürfte den we-nigsten Zuhörern vorher bekannt gewesen sein, dass der durch André Rieux bekannt gewordene C-moll-Walzer Nr. 2 von Schostakowitsch eine finnische Volksweise aufgreift.
Zugabe: „Belle of the Ball“ von Leroy Anderson. Der Amerikaner, der für so ungewöhnliche Soloinstrumente wie Schreibmaschine, Sandpapier oder Synkopenuhr komponierte, war schon vorher zu hören mit „waltzing cat“, einem witzigen Walzer mit imitiertem Katzen-Miau.

Suchen Sie hier...

logo opus 125

Kartenreservierungen

Reservierungen per Mail über unser Kontaktformular. Kartenbestellungen können nicht zugesendet werden und sind an der Abendkasse auf Ihren Namen hinterlegt.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.