Jubiläumskonzert 2009

Ein großer, mitreißender Auftritt

MÖNCHENGLADBACH. - „Der Jazz ist so ziemlich die einzige heute existierende Kunstform, in der es die Freiheit des Individuums gibt, ohne dass dabei das Gemeinschaftsgefühl verloren geht.“ Ein Gemeinschaftsgefühl der besonderen Art erlebten die zahlreichen jugendlichen und erwachsenen Konzertbesucher des Herbstkonzerts des Symphonieorchesters OPUS 125 am vergangenen Sonntag in der ausverkauften Kaiser-Friedrich Halle in Mönchengladbach.

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OPUS 125 hatte zum Broadway-Feeling mit populären Werken bedeutender Komponisten wie George Gershwin img 3634 wund Leonhard Bernstein eingeladen und gewährte allen Kindern und jugendlichen Besuchern des Konzerts freien Eintritt. Gerade sie sind das Publikum von morgen und jeder weiß, wie wichtig das Konzertwesen und Musiktheater für ihre ästhetische und kulturelle Bildung ist. Unterstützt vom Verein der Freunde und Förderer der Musik in Mönchengladbach e.V. nutzten zahlreiche jüngere Besucher und Familien mit Kindern dieses Angebot.

Gleich zu Beginn bot das Orchester mit den fetzigen „Symphonic Dances“ aus Bernsteins West Side Story“ einen furiosen Auftakt. Vom cool schnipsenden Prolog über den rot glühenden Mambo bis zur lichten Paradies-Vision des Schlusses gelang Michael Mengen und seinen Musikern eine mitreißende, und bei aller Schlagkraft, immer noch dynamisch reich schattierte Darbietung dieses äußerst anspruchsvollen Werkes.

Höhepunkt des ersten Teil bildeten die Variationen über „I got rhythm“ des Komponisten George Gershwins. Der aus Kempen stammenden und international konzertierende Pianist Tobias Koch übernahm die Solopartien und begeisterte mit poetischem Feinschliff ebenso wie mit leidenschaftlich gespielten Forte-Ballungen.

Nach der Pause leitete ein Solostück des jungen Percussionisten und mehrfachen Bundespreisträgers des Wettbewerbes „Jugend musiziert“ Benedikt Mengen, ausgezeichnet mit dem Nachwuchsförderpreis des Orchesters OPUS 125, in die jazzige zweiten Halbzeit. Konzentriert und mäuschenstill folgten nicht nur die jungen Zuhörer seinem souveränen und inspirierendem Spiel auf dem Vibraphon.

img 3650 wBei den Kompositionen und Arrangements von Leroy Anderson, Cole Porter und Duke Ellington hatten die Solobläser ihren großen Auftritt. Allen voran Markus
Türk, der mit seinen solistischen Einlagen ein Mönchengladbacher Heimspiel hatte. Er bekam ausreichenden Freiraum für sein individuelles Spiel auf seiner Trompete.

Weitere Solisten wie Johannes Seidemann, Alt- und Sopran-Saxophon, Erich Emmeding am Alt-Saxophon und Dr. Stefan Junker an der Klarinette zeigten ihr „jazziges Einfühlungsvermögen“ und sprachen Liebhaber der modernen Klassik als auch Freunde der Jazzmusik gleichzeitig an.

Mit der „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin gelang ein mitreißendes Finale des Cross- over-Abends. Einmal mehr wusste Tobias Koch mit einer expressiven Interpretation zu überzeugen. Das Podium zitterte, die Musik glühte, der Dirigent strahlte. Ob einer solch gelungenen Darbietung - auch hinsichtlich der Programm- und Besetzungsauswahl – wurden Leiter, Orchester und Solisten begeistert gefeiert.

Frühjahrskonzert 2009

Rheinische Post (Ausgabe Grenzland Kurier) vom 24.03.2009

Gereiftes Orchester Opus 125

von Sabine Zeller

VIERSEN. - Als Musikbegeisterte in einem Projektorchester ein Benefizkonzert mit Beethovens 9. Sinfonie (Op. 125) für die Renovierung der Festhalle gaben, hätten sie wohl kaum gedacht, dass einige von ihnen sich zehn Jahre später für treue Unterstützung bei Sponsoren und Publikum bedanken könnten. Doch beim gutbesuchten Konzert in St. Clemens Süchteln bildete – im Anschluss an die Vorstellung des Orchesterstipendiaten Florian Bremm (Trompete) – genau diese aufmerksame Geste den Auftakt.

Wenn zum Jubliäum auch kein Beethoven gespielt wurde, so geisterte er doch im Programm, das hohe Ansprüche an das Amateurorchester und seinen Dirigenten Michael Mengen stellte mit der Sinfonie Nr. 7 h-Moll („Unvollendete“) von Franz Schubert und dem Konzert für Violine und Orchester D-Dur von Johannes Brahms. Beide Komponisten zeugen in ihrem Schaffen von intensiver Auseinandersetzung mit dem als Gigant empfundenen Vorgänger. 1878 schrieb Brahms sein zauberhaft schönes Werk, das seinerzeit als „Konzert gegen die Violine“ geschmäht wurde, weil der ungemein raffinierte Part der Violine nicht auf virtuose Brillanz zielt, sondern der symphonisch gedachten Gesamtkonzeption dient. Der Solist Fabian Kircher spielte in dieser Balance. Er verband technisches Vermögen mit leuchtendem Melodiefluss und machte sich als erfahrener Konzertmeister der Niederrheinischen Sinfoniker zu einem Teil des Klangkörpers. Der litt zwar stellenweise an Intonationsschwächen der ersten Oboe, ist aber insgesamt mit den Jahren deutlich gereift. Erfreulich einig und klangschön gegenüber früheren Konzerten zeigten sich die Violinengruppen. So gelang dem Orchester über weite Strecken durchlässiges Musizieren. In der Sinfonie sorgte Mengen für soviel strukturelle Klarheit, wie die Akustik zuließ. Der satt-melancholische Ton hatte aber wenig von der unverwechselbar schubertschen Legierung aus Heiterkeit und Schmerz. Subjektive Empfindung will der estländische Komponist Arvo Pärt in seiner stilistisch sehr persönlichen Musik nicht ausdrücken. Sein rund dreißig Jahre altes meditatives Werk „Fratres“ (Fassung für Streichorchester und Percussion) passte bestens in den Raum und führte selbstlos in "Romantische Klangwelten".

Orgelsinfonie 2008

Rheinische Post (Ausgabe Grenzland Kurier) vom 11.11.2008

Französische Musik in St. Clemens

von Sabine Zeller

VIERSEN. - Der französische Komponist Camille Saint-Saëns hat zwei seiner bekanntesten Werke in London geschrieben. 1886 entstanden dort "Der Karneval der Tiere" und die Symphonie Nr. 3 c-moll op. 78, die sogenannte "Orgel-Symphonie". Ihre melodiös-schwelgerische Üppigkeit wächst aus einem Thema, das sich in allen Sätzen in immer neuen Gestalten zeigt und durchaus das Zeug zum poppigen Ohrwurm hat. Davon konnten sich die Besucher beim Konzert des Sinfonieorchesters Opus 125 in der Kirche St. Clemens Süchteln überzeugen. Vom warmen Fundament der tiefen Bläser bis zum Glaströpfchenregen des Klaviers ging der farbenreiche Klang voll und zugleich transparent durch den Raum. Unter der Leitung von Michael Mengen erfüllte das erweiterte Orchester viele Passagen und Einzelheiten mit so inniger Lebendigkeit, dass damit Schwächen ausgeglichen wurden, die hauptsächlich bei den mittleren Teilen in Intonation und Präzision auftraten.

Bernd Cuypers sorgte durch ausgewogene Registrierung und punktgenaues Spiel für eine gute Übereinstimmung zwischen Orgel und Orchester. Der Klangkörper zeigte sich im ersten Teil des Programms als engagierter, zuverlässiger Partner einer großen Sängerschar, zusammengesetzt aus dem Münsterchor St. Vitus Mönchengladbach (Einstudierung Klaus Paulsen), dem Kirchenchor St. Clemens Süchteln und der Niederrheinischen Chorgemeinschaft Süchteln (Einstudierung Bernd Cuypers).

Auch dieser geistlich-vokale Teil des Konzerts lieferte Eindrücke der französischen Romantik. In der kurzen Vertonung des 83. Psalms von Charles Marie Widor (Orchesterbearbeitung von Bernd Cuypers) brachten die Sängerinnen und Sänger den im Verhältnis zum Text überraschend eindeutigen Gestus feierlicher Melodik und schlichter Größe deutlich ans Ohr. Einfühlsam, kraftvoll und geschmeidig gaben sie die von scheuer Ehrfurcht zu froher Hingabe wechselnden Stimmungen wider, mit denen César Franck in seiner differenzierten Vertonung den Versen des 150. Psalms nachgespürt hat. Anhaltend und herzlich fiel der Applaus des Publikums am Ende der französischen Musikstunde aus.

Opernball 2008

wz-newsline.de, 05.05.2008

Fest: Guter Start für den Opernball
Musik sorgte für Gänsehaut.

von Susanne Böhling

Viersen. Gar nicht schlecht. Für den Anfang. Noch dazu, weil der erste Viersener Opernball eigentlich gar keiner werden sollte. „Ich suchte lediglich einen Rahmen für mein Orchester“, sagt Michael Mengen, Orchesterleiter von Opus 125 und Ball-Organisator.
So eine Veranstaltung hatte es bereits im Vorjahr am 1. Mai gegeben. Weil er die Sopranistin Dara Hobbs gewinnen konnte, entstand bei Mengen die Idee „Opernball“. So gehört das Konzert von Opus 125 und der jungen Amerikanerin, bis 2009 an den Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach engagiert, zu den gelungenen Teilen des Opernballs. Für ihre Arien erhält sie begeisterten Applaus und stehende Ovationen. Immer ist sie sicher, immer trifft sie die richtige Lautstärke. Ihre Stimme ist stark, auch bei den leisen Tönen und voller Ausdruckskraft. Gänsehautmomente.

Das Orchester aus halbprofessionellen Musikern spielt voller Schwung und Begeisterung. Mengen hat Stücke gewählt, die es meistert. Wie in der Carmen- Suite von George Bizet im „Los dragons d´Alcala“ nach dem Soloteil von Klarinette und Fagott die Streicher einsetzen – das geschieht so sanft und behutsam, als würden sie ihnen unmerklich einen weichen Teppich unterschieben. Wie sie im letzten Satz „Les Toréadors“ mit Verve und Kraft die Stierkämpfer aufziehen lassen, das reißt mit.

Daraus lässt sich was machen, das ist Grundlage für einen richtigen Opernball. Zu diesen Grundlagen gehört auch das Salon-Ensemble „Wiener Melange“. Kaum setzt es mit dem Frühlingsstimmenwalzer ein, sind die ersten Paare schon auf der Tanzfläche und genießen kurz deren Weite, bevor sie sich füllt. Es gibt also Paare in Viersen, die gerne und gut tanzen, sogar Walzer linksherum, die das richtige Publikum für einen Ball abgeben.

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